Konzentration oberstes Gebot
Faszination pur: Bogenschießen. Konzentration und Kondition, die jedermann erlernen kann, egal welchen Alters. Entspannung durch Anspannung, Erfolg durch mentale Stärke und gezielten Einsatz präziser und reproduzierbarer Technik und Körperbeherrschung. Oder einfach nur Spaß. Das ist Bogenschießen. - Foto: Späth
Schrobenhausen (spt) Volle Konzentration, Stille, höchste körperliche Anspannung, nicht mehr Atmen. Bogenschießen ist Kopfsache – ein Konzentrationssport. "Wenn ich einen schlimmen Tag hatte, schieße ein paar Pfeile. So bekomme ich den Kopf frei und kann so richtig abschalten”, sagt Robert Späth.
Späth ist Trainer und Vorsitzender des Bogensportklubs Schrobenhausen (BSC). Rund 50 Mitglieder im Alter von 9 bis 70 Jahren teilen mit ihm die Freuden und Herausforderungen dieses faszinierenden Sports. Gingen noch vor etlichen Jahrhunderten die Menschen mit dem Bogen zur Jagd, um für Nahrung zu sorgen, oder war im Mittelalter, in dem der Bogen eine der gefährlichsten Distanzwaffen war, die Qualität der Bogenschützen entscheidend über Sieg oder Niederlage bei kriegerischen Auseinandersetzungen, so ist das Bogenschießen heute ein in Deutschland immer beliebter werdender Sport.
Klassische Distanzen
Bei den Olympischen Spielen 1972 wurde der Bogensport nach einer mehr als 50-jährigen Pause auch wieder in die klassischen Disziplinen mit aufgenommen. Beim BSC Schrobenhausen wird vorwiegend der Olympic-Recurve-Bogen geschossen, also mit Visierung und auf die klassischen Distanzen von 30 bis 90 Meter. Und das mit immer größer werdendem Erfolg. So kann man Schützen und Schützinnen des BSC auf den Ergebnislisten bei Bayerischen und Deutschen Meisterschaften ebenso finden wie auf den zahlreichen Turnieren, die in Bayern und dem Rest von Deutschland jedes Jahr stattfinden.
Regelmäßiges Training
Um diese Erfolge zu erreichen, muss man beim Bogenschießen wie auch in jeder anderen Sportart hart an sich arbeiten und regelmäßig trainieren. Dazu steht den Schützen des BSC ein wunderschöner Schießplatz in Edelshausen zur Verfügung, der von den Mitgliedern erst im vergangenen Jahr zu einem Schmuckstück hergerichtet wurde. So hat man ideale Bedingungen, um sich auf Turniere und Meisterschaften vorzubereiten.
Kindheitstraum erfüllen und Spaß haben
Es gibt die verschiedensten Gründe, warum der Sport des Bogenschießens im Trend liegt und sich die Mitgliederzahl in Deutschland in den letzten fünf Jahren verdoppelt hat. Man schätzt die Zahl der Aktiven auf rund 100 000, und das sind nur die, die in Vereinen organisiert sind. Der eine will endlich seinen Kindheitstraum, in dem jeder schon mal Cowboy und Indianer gespielt hat, in die Tat umsetzen, der andere braucht einen Ausgleich für den stressigen Arbeitsalltag, und nicht wenige sehen den Bogensport als vorbeugende oder therapeutische Maßnahme, da besonders die Rückenmuskulatur gestärkt wird, was als Therapie oder Vorbeugung bei einem der Volksleiden, den Rückenschmerzen, dient. Auch Kindern mit ADS oder ADSH hilft Bogenschießen, ihre Krankheit besser in den Griff zu bekommen und dabei auch noch Spaß zu haben.
Auch der Opa schießt
Ganze Familien betreiben diesen Sport, vom Enkel bis zum Opa. Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht nur aus Schrobenhausen, auch aus Langenmosen, Brunnen, Hohenwart, Karlskron, Klingsmoos, Alteneich, ja sogar aus Kühbach und Aichach, sind Mitglied beim BSC und treffen sich regelmäßig zum Trainieren und bei den sportlichen Wettkämpfen.

















