Besser Treffen mit konstanten Zeitzyklen im Bewegungsablauf
Beim Schießablauf eines Bogensportlers differenzieren Trainer zwischen Positions- und Bewegungsphasen. Positionsphasen umfassen beispielsweise den Stand, die Kopfstellung, die Positionen von Zug- und Bogenhand, etc. Bewegphasen sind dynamisch und verbinden die Positionsphasen einschließlich Lösen und Nachhalten. Bei Spitzensportlern geschieht das innerhalb eines konstanten Zeitfensters.
Eine fließende Bewegungsdynamik
Spitzensportler führen ihren Bewegungsablauf innerhalb eines Zeitfensters aus, das von Schuss zu Schuss eine hohe Konstanz aufzeigt und innerhalb weniger Sekunden abgeschlossen ist. Das betrifft alle Elemente des Ablaufes (Einhaken, Griffpositionierung, Vorspannung aufbauen, Auszug, Ankern, Laden & Transfer, Lösen, Nachhalten). Alle Elemente fließen in eine zeitlich begrenzte Bewegungsdynamik ein.
Problemschwerpunkt "Einfrieren in der Klickerendphase"
Der US-Trainer KiSik Lee schreibt auf der Website der KSL School of High Performance: "Die meisten Bogenschützen konzentrieren sich auf das Zielen und das Resultat (ergebniskonzentriert). Jedoch – wegen unserer begrenzten Konzentrationskapazität von nur drei Sekunden – muss die Konzentration richtigerweise auf „Expansion“ liegen und keinerlei Erwartungshaltung irgendeiner Art."
Die Konzentration auf das Ziel und auf das Ergebnis führt bei vielen Bogenschützen dazu, dass der flüssige Bewegungsablauf unterbrochen wird, um das Ziel zu erfassen. Im Resultat stehen einige dieser Bogensportler zu lange in der Klickerendphase und geben Fehlern Zeit, sich zu entwickeln. Dieses "Einfrieren" kann nur durch eine konsequente Bewegung in der Klickerendphase verhindert werden und muss gezielt trainiert werden. Dabei muss das Ziel ausgeblendet und der innere Fokus voll auf die Bewegungsphase "Laden und Transfer" gerichtet werden.
Trainiere einen konstanten Zeitzyklus
Im Training solltest Du also neben den Positions- und Bewegungsphasen auch den konstanten Zeitzyklus des Ablaufes trainieren. Dabei wirst Du in der Regel schnell feststellen, dass der konstante Zeitzyklus einer exakten Zielerfassung vorzuziehen ist, weil er zu besseren Resultaten führt.
Eine gute Möglichkeit für das Training ist das Schießen auf eine kurze Entfernung ohne Scheibenauflage. So wirst Du nicht von der Zielerfassung abgelenkt und kannst Dich voll auf den Ablauf konzentrieren. Experementiere mit kurzen Zeitfenstern, bis Du ggf. mit Deinem Trainer das Zeitfenster für Dich festlegst. Beispielsweise könntest Du nach Erreichen der Ankerposition ein Zeitfenster von drei Sekunden bis zum Lösen festlegen und trainieren ( 1 - 2 - Klick). Wichtig für diese Klickerendphase ist, dass die Feinmotorik diese Bewegungsphase sauber und gleichmäßig steuert (kein grobmotorisches Durchreißen).
Ein Trainer oder Trainingspartner kann Dich beim Stiltraining unterstützen.
Wenn sich der Ablauf im individuellen Zeitfenster gefestigt hat und konstant ausgeführt werden kann, beginnt das Training auf eine Scheibenauflage. Ergeben sich hierbei Veränderungen im Zeitfenster, ist das Stiltraining auf der Scheibe ohne Auflage zu wiederholen, bis sich der Ablauf automatisiert hat und im Training sowie später auch im Wettkampf möglichst exakt ausgeführt werden kann.
| < Zurück | Weiter > |
|---|












