Eine kleine FAQ-Seite


Wie heißt es so schön: Aller Anfang ist schwer.
Und so ist es auch beim Bogensport. Hat man schon nach kurzer Zeit die ersten Erfolgserlebnisse, weil man endlich die Scheibe trifft und einem die Sehne keine blauen Flecken mehr am Arm hinterlässt, so wird man jedoch schnell merken, dass der Bogensport einer dieser Sportarten ist, in der man ein Leben lang dazulernen muss. Vor allem ist es aber wichtig, das Bogenschießen regelmäßig zu betreiben, den die Rückschläge nach längerer Pause oder bei unregelmäßigem Training sind ziemlich gewaltig. Wer also vorhat, nur ab und zu vielleicht ein kleines bisschen und nur so zum Spaß aus reiner Langweile mal eben so diesen Sport zu machen, der sollte auch nicht all zu enttäuscht sein, wenn nichts vorwärts geht bzw. der Spaß irgenwann ausbleibt. Unten könnt Ihr ein paar Info nachlesen falls Ihr vorhabt, den Bogensport zu betreiben.
 

Zum Erlernen der Schießtechnik ist ein Recurve-Bogen mit geringem Gewicht zu empfehlen, denn Bogeneigengewicht und das Zuggewicht sollten in einem ausgeglichenen Verhältnis liegen. Ist das Eigengewicht zu hoch (Metall-Mittelstücke), hat dies bei einen starren Bogenarm eine i.d.R. zu hohe Schulter zur Folge, was nicht unbedingt gesund ist. Bedenken Sie, daß man sich Fehler schnell angewöhnt. Sie abzustellen braucht erheblich mehr Zeit.


Der Unterschied liegt im Mittelstück. Das Bogenfenster (Ausbuchtung oberhalb des Griffes) ist aus Sicht des Schützen jeweils zum Bogenarm offen. ACHTUNG! Welchen Bogen Sie benötigen, ist nicht abhängig davon, ob Sie Rechts- oder Linkshänder sind, sondern welches Auge bei Ihnen
die erste Priorität hat (Äugigkeit)  unabhängig von Sehschwächen.
Machen Sie folgenden Test:
1. Zielen sie über den Daumen eines ausgestreckten Armes auf ein Ziel.
2. Visieren Sie nun mit beiden Augen offen dieses Ziel über den Damen an.
3. Schließen Sie nun abwechselnd das linke bzw. das rechte Auge. Das Auge, bei dem
der Daumen im Ziel bleibt, ist ihr dominantes, also das Zielauge.
Dies ist Ihr Haupt-Sehauge für das Sehzentrum im Gehirn.
Sehauge rechts: Rechtshandbogen (Bogen in der linken Hand, rechte Hand zieht die Sehne)
Sehauge links: Linkshandbogen (Bogen in der rechten Hand, linke Hand zieht die Sehne)
 

Für Einsteiger gilt, daß der Bogen mit richtiger Atem- und Ziehtechnik 15 Sek. gehalten
werden kann, ohne daß zuvor ein Zittern auftritt. Schützen sollten ihren eigenen Bogen
30 Sek. halten können. Für gute Ergebnisse sind bis 60 Sek. erforderlich. Regelmäßig
prüfen und gegebenenfalls das Zuggewicht (Wurfarme) erhöhen, denn zu geringes
Zuggewicht beinhaltet ebensoviele Fehlerquellen wie zu hohes Zuggewicht.


Das Lernziel mit einem Leihbogen ist, daß der Oberkörper und Bogenarm beim Abschuß weiterhin auf das Ziel ausgerichtet bleiben.
Dies wird durch den korrekten Stand und die richtige Balance der Brust- und Schultermuskeln erreicht.
Das Erkennen des Fehlers ist das Wichtigste, dann kann eine Stabilisation zum Einsatz kommen, ohne Ihr Weiterkommen zu blockieren. Natürlich kommpensiert ein schwerer Bogen Bewegungen des Bogenarms, jedoch hilft er nicht, einen sauberen Stil zu erlehrnen und so die Ursache (Stilfehler) zu beseitigen.


Am besten keinen! Ja, sie lesen richtig. Solange Sie nicht ihr Endzuggewicht mindestens zu
80% erreicht haben, sie nicht mit einer festen und reproduzierbaren Technik schießen, sollten sie
auf Leihbögen ihres Vereins oder der Händler zurückgreifen. Doch welchen Bogen soll man nehmen?
Beim Bogenschießen ist eine körperliche Fitness Grundbedingung, um sich mental auf das Schießen konzentrieren zu können, was einen gewissen Trainingsfleiß zur Pflicht macht.
Ein Recurve- bzw. Langbogen stellt hierbei die größten Anforderungen, da im Zielvorgang das höchste Zuggewicht gehalten wird.
Der Compoundbogen erreicht beim Ausziehen nach 2/3 seines Auszuges sein max. eingestelltes Zuggewicht (Gipfelgewicht). Er reduziert es aber um ca. 65% bei max. Auszuglänge, so daß der Zielvorgang und die mentale Konzentration einfacher sind.
Die Frage der Bogenwahl beantwortet sich mit der Ihnen zur Verfügung stehenden Trainingszeit.
Die Überlegung, ob es im Verein oder Kreis weitere Schützen in Ihrer Bogenklasse gibt, ist ohne
Belang für die Wahl des Bogentyps!
Der Maßstab Ihrer Leistung sind Sie selbst. Wer sich besiegt hat (und damit hat man schon den
größten Gegner besiegt), kann auch andere besiegen!


Bis auf die Tatsache, daß der Bogen zu Ihren technischen und persönlichen Gegebenheiten
passen muß, ist es für viele auch eine Glaubensfrage.
Unseriöse Angebote, bei denen nur mit billigem Preis geworben wird, prahlen mit Einzigartigkeiten und "man wolle nur Ihr Bestes". zielen nur auf Ihre Geldbörse!
Nach dem Kauf zeigt sich durch Zufriedenheit und Hilfestellung bei evtl. Problemen die Qualität
Ihrer Produkt- und Händler-Wahl. Bedenken Sie, wenn ein Spitzenschütze mit einer "Dachlatte"
1300-Ringe schießt, ist eine "Dachlatte" noch kein guter Bogen für einen Freizeitschützen.
Beim Compoundbogen ist der Rollentyp (Cams) sowie Sehnen- und Kabelsystem von entscheidender Bedeutung. Extreme Reflex-Mittelstücke sind empfindlicher auf seitliche Bogenhandveränderungen.
Beim Recurvebogen ist die Wahl der Wurfarme von großer Bedeutung. Die Wurfweite ist nicht nur vom Zuggewicht abhängig, sondern wird auch durch die Dynamik der Wurfarme bestimmt.
In der Economieklasse (ich nenne sie ungern Einsteigerklasse, weil es nur "gute" oder wie in dieser Form "billige" Wurfarme gibt) ist das Ziel ein günstiger Preis. Diese Bogen entsprechen jedoch nicht den Anforderungen des Leistungssports (z. B. Haltbarkeit, Verarbeitung, Ausführung).
In der Mittelklasse findet man solide Wurfarme, hier stimmt der Preis, Verarbeitung und Leistung.
In der Spitzenklasse findet man Wurfarme, die nicht nur alles etwas präziser können, sondern die eine überragende Charakteristik aufweisen und hierbei vor allem mit Schußfehlern des Schützen sehr neutral umgehen (wichtig für Mittelklasse-Schützen). Ein präzises "Rückmelden" des Materials durch die Gruppierung ist für den Schützen unerläßlich, um sich weiterzuentwickeln.
Bei den Mittelstücken mit HOYT-GM-Wurfarmaufnahme ist das Gewicht ein wichtiges Kriterium,
denn je geringer das Gewicht, um so größer der Wirkungsgrad der Stabilisation. Die Grundgeometrie ist bei fast allen Mittelstücken gleich.
Anodizierte Mittelstücke sind, was die Optik angeht, langlebiger als lackierte. Da Alu-Legierungen
ca. 30% schwerer sind als Magnesium-Legierungen, haben solche Mittelstücke häufig Aussparungen zur Gewichtsreduzierung und nicht aus aerodynamischen Gründen, wie manchmal behauptet wird.
Da weniger die Schußzahl sondern vor allem Schußfehler das Material stressen, sind solide und
bewährte Produkte vorzuziehen. Eine Studie hat ergeben, daß bei Wurfarmen eine Veränderung
(Alterung) nach ca. vier Jahren auftritt. Bei Billigprodukten ist nach zwei Jahren häufig schon
ein Defekt zu verzeichnen (Bruch, Verzug, Leistungsverlust). Eine solide Qualität ist häufig unter
dem Strich günstiger als Billig-Carbon-Wurfarme! Bedenke: Billigbogen mit Weltrekord-Qualität
gibt es nur in der Werbung. Achten Sie auf eine verjüngte Wurfarmwurzel (nicht einfach keilförmig)!
Sie ist ein Zeichen für spürbare Elastizität im Vollauszug und konstantere Energieabgabe der
Wurfarme. Eine gute Verarbeitung der Wurfarmtips und des Sehnenbetts ist nicht nur für die
Schußgenauigkeit von Bedeutung, denn es nervt, die beste Sehne schon wieder entsorgen
zu müssen, weil die Sehnenaugen mal wieder fast durch sind. Und jetzt noch der beste aller Tips:
Sprechen sie im Verein mit ihren Sportkameraden, holen sie sich Ratschläge, nehmen sie den
ein oder anderen Bogen auch in die Hand und ziehen diesen (natürlich nur nach Nachfrage
beim Besitzer). So können Sie am besten die Unterschiede der Materialen kennenlernen.


Ist ein Alu-Pfeil zu schwer und ein Alu/Carbon zu leicht? Ja und Nein!
Das Verhältnis Grains (Pfeilgewicht) pro Lbs. (Zuggewicht) beantwortet diese Frage.
Ein Schütze mit 30"-Auszug und 44 Lbs. (#) wird beispielsweise im Alu-Pfeil 2114 mit
298 grains (6,78 grains/Lbs.) einen hervorragenden Pfeil für kurze und mittlere Entfernungen
finden. Der Grund liegt in seiner Masse, die ihm bei unterschiedlichen Sehnenschwingungen
(Lösefehler) Stabilität verleiht. Das hohe Spitzengewicht sowie die Befiederung (Luftwiderstand)
stabilisieren zusätzlich. Die Weltrekorde mit Alu-Pfeilen wurden ausschließlich mit dünnen
Wandungen geschossen, da hierbei der stabilisierende Wirkungsgrad von Spitze und Befiederung
besonders hoch ist. Der Alu-Pfeil 2114 hat 21/64"-Durchmesser und 14/1000"-Wandstärke.
Für Damen und Jugendliche kann man nicht einfach ableiten, daß ein Alu-Pfeil ebenfalls optimal ist.
Nur das Verhältnis der techn. Parameter (Grains/Lbs.) kann übertragen werden!
Grains= 0,0648 Gramm, Lbs.= 454 Gramm
Der Einfluß von Spitze und Befiederung würde proportional mit dem Übergewicht des Schaftes
und der geringeren Fluggeschwindigkeit abnehmen. Hier wären die techn. Parameter mit einem
ACC-Pfeil ähnlich unserem Schützen zu Anfang. Für lange Distanzen sind andere Kriterien wie
Seitenwindanfälligkeit durch Schaftdurchmesser und Befiederungsgröße von Bedeutung.
Hier sind ACG-, ACE- und X-10-Pfeile überragend. Für alle Schäfte und Spitzen gilt:
Herstellertoleranzen nur innerhalb eines Dutzend! Vermeiden Sie in einem Satz, Schäfte
und Spitzen aus versch. Produktionsserien! Kaufen Sie die Pfeile immer im Dutzend! 6 Pfeile fürs
Training, 6 für den Wettkampf. Das nächste Dutzend wird nur im Wettkampf verwendet, die alten
Wettkampfpfeile füllen den Traininmgssatz auf. Grundsätzlich kann man heute sagen, dass für
die Wettbewerbe im Freien so gut wie überhaupt keine Alu-Pfeile mehr geschossen werden.
Viele Bogenschützen wechseln von der Freiluft- in die Hallensaison auch ihre Pfeilsätze. In der
Hallensaison werden meistens auf Grund ihres größeren Durchmessers, der den ein oder
anderen Ring mehr bringt, Alu-Pfeile geschossen, da hier das Gewicht des Pfeils bei der
Wettkampfentfernung von 18 m nur eine untergeordnete Rolle spielt.